Darf man in Deutschland einen Präriehund als Haustier halten?

Präriehund als Haustier

Präriehunde sind niedliche kleine Nagetiere, die das Herz von Tierliebhabern schnell höher schlagen lassen. Doch darf man die süßen Tiere, die an putzige Erdhörnchen erinnern, in Deutschland als Haustiere halten?

Die wichtigsten Fakten kurz zusammengefasst:
1.) Präriehunde dürfen auch in Deutschland als Haustier gehalten werden.
2.) Es ist empfohlen immer zwei Präriehunde zusammen zu halten.
3.) Achten Sie auf genügend Auslauf.
4.) Die Preise für Präriehunde schwanken in Deutschland stark zwischen 100€ – 600€.

Was sind Präriehunde?

Die kleinen Nagetiere, von denen es fünf Unterarten gibt, stammen eigentlich aus den nordamerikanischen Prärien, die natürlich auch namensgebend sind. Der trockene Boden, der kurzes oder maximal mittellang gewachsenes Gras bieten muss, ist der ideale Lebensraum für die tagaktiven Präriehunde.

Präriehunde erinnern optisch an eine Mischung aus Murmeltieren und Erdmännchen. Der kräftige Körperbau lässt eher an ein Murmeltier erinnern, der schmale Kopf eher an ein Erdmännchen. Bei durchschnittlich 800 bis 1400 Gramm Körpergewicht bringen es die niedlichen Nager auf eine Körperlänge von bis zu 35 cm, wobei die Männchen im Durchschnitt stets etwas kräftiger und länger sind als die weiblichen Tiere. In der freien Wildbahn können Präriehunde bis zu 8 Jahre alt werden. In guter Haltung als Haustier können sie ein Lebensalter von etwa 12 Jahren erreichen.

Das Fell ist graubraun gefärbt, kann je nach Gattung aber auch unterschiedliche Farben an der Schwanzspitze aufweisen. Dennoch bleiben die verschiedenen Unterarten der Präriehunde für den Laien nur sehr schwer in ihrer Optik zu unterscheiden. Nicht nur an der Farbe der Schwanzspitze, sondern vor allem an der Größe und Form der Zähne lassen sich die Tiere spezifizieren.

Präriehund

Steckbrief Präriehunde:

Herkunft: Nordamerika
Größe: 28-35cm
Gewicht: 700-1400g
Lebenserwartung: 10-11 Jahre
Tiergruppe: Säugetier
Nahrungsmittel: Gräser, Disteln, Wurzeln
Tragzeit: 33-37 Tage

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Vier der insgesamt fünf Arten des Präriehunds lebt in Kolonien, die bis zu 26 Tiere umfassen kann. Dabei besteht der Verband in der Regel von einem Männchen und drei bi vier weiblichen Tieren. Hinzu kommt dann eine größere Anzahl von Jungtieren beider Geschlechter. Präriehunde sind tagaktive Tiere, die sich nachts in einem höhlenartigen Bau zurückziehen. Dabei leben die Weibchen jeweils mit ihrem Nachwuchs in einem Bau, während die anderen Mitglieder der Kolonie in ihrem eigenen Bau leben. Obwohl die Weibchen jeweils von der Geburt bis zum Lebensende in einer Kolonie bleiben, während die Männchen im Alter von knapp 2 Jahren den Familienverband verlassen, sind die sozialen Bande zwischen den Tieren eher gering.

Darf man Präriehunde als Haustier halten?

Grundsätzlich ist die Haltung von Präriehunden in Deutschland als Haustier möglich. Die kleinen, niedlichen Nager können mit etwas Training schnell zahm gemacht werden und lassen sich von ihrem menschlichen Freund gut sozialisieren. Die kleinen Nagetiere können sehr gut von ihrem Besitzer dressiert werden und sind ideal zum spielen und vorsichtigem streicheln.

Doch wer Präriehunde als Haustier halten möchte, sollte unbedingt auf einige Dinge achten, denn der Nager kann in der häuslichen Haltung nur bedingt seine natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Aus diesem Grund sind Tierschützer der Ansicht, dass man Wildtiere, wie es der Nager eben ist, grundsätzlich nicht in Gehegen daheim halten sollte.

Was muss man beachten, wenn man einen Präriehund als Haustier kaufen möchte?

Möchte man sich ein Haustier in die Wohnung holen, gilt es immer, den individuellen Anforderungen des Tieres gerecht zu werden. Schon im Vorfeld sollte man sich daher gut überlegen, ob man den Aufwand auf sich nehmen möchte und einem Tier ein schönes Zuhause bieten kann.

Mindestens zwei Nager

Wie viele Haustiere sollte man auch den Präriehund nie alleine halten. Ein Pärchen, ganz egal ob gleichgeschlechtliche Tiere oder Männchen und Weibchen sollten zusammen gehalten werden. Wer räumlich die Möglichkeit hat, sollte seinem sozialen Haustür die Möglichkeit bieten, in kleinen Rudeln zusammenzuleben, so wie die Tiere es in der Natur ebenfalls tun. Die Kastration ist in jedem Fall ein Muss, denn sonst können gesundheitliche Probleme drohen. Es muss also ausreichend Platz für mindestens zwei Tiere vorhanden sein.

Präriehunde brauchen viel Unterhaltung

Hat sich ein Präriehund erst einmal in seinem neuen Zuhause eingefunden, geht es schnell eine enge Beziehung zu seinem Besitzer auf. Das Tier möchte beschäftigt werden und sollte daher auch viel Zeit mit seinem Menschen verbringen. Fehlt ihm der soziale Kontakt, kann das Tier sogar krank werden. Wer diese Zeit nicht aufbringen kann, sollte den Kauf eines Präriehundes überdenken. Der Präriehund merkt übrigens schnell, wenn man ihm keine Sympathie entgegenbringt. Das intelligente Tier zeigt dies auch durch sein Verhalten. Für Kinder sind die süßen Nagetiere nicht unbedingt geeignet. Der Präriehund hat sehr scharfe Zähne und kann diese auch nutzen. Die scharfen Zähne können Kinder mit einem Biss oder auch durch Kratzen verletzen.

Viel Auslauf

Der Nager möchte sich austoben. Ein kleiner Käfig ist keinesfalls zu empfehlen. In der freien Wildbahn leben die Tiere in sogenannten Towns, die aus einer Art Höhlensystem bestehen. Dies ist in der Regel in der Haltung Zuhause nicht möglich. Bei der Haltung in einem Gehege sollte man den Tieren Platz bieten, der mindestens einen Quadratmeter pro Tier gewährleistet. Im Gehege sollten neben mehreren Möglichkeiten zum Unterschlupf vorhanden sein, ebenso brauchen die Nager die Möglichkeit zum Buddeln und Klettern.

Ernährung

Der Präriehund ernährt sich überwiegend pflanzlich. Nur wenn dies in der freien Wildbahn nicht möglich ist, fressen sie gelegentlich auch kleine Insekten. Heu, Löwenzahn oder frisches Gras sind die Basis einer gesunden Ernährung für den flexiblen Präriehund. Wichtig ist, dass das angebotene Futter einen hohen Fasergehalt hat. Proteine sind nur in geringer Menge zu füttern, da die Tiere dies nur langsam verstoffwechseln können.

Wo kann man Präriehunde kaufen?

Nicht jede Zoohandlung in Deutschland bietet Prärierunde an. Da sie noch nicht so populär wie andere Nager sind, kann man sie nur schwer finden. Anbieter, die sich auf Nagetiere spezialisiert haben, können aber durchaus Präriehunde anbieten oder Kontakte zu Züchtern herstellen. Die Preise für diese Tiere können stark schwanken. Von 100 Euro bis um die 600 Euro pro Tier sind möglich.

Bild: © iStock.com/hadot

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