Meerschweinchen Böcke streiten sich: Wie verhalte ich mich richtig?

Rappelphase Meerschweinchen

Meerschweinchen gelten als lieb, treu, harmlos, als Herdentiere und allgemein als ideale Haustiere für Jung und Alt. Und doch können manchmal ganz schön die Fetzen fliegen, beziehungsweise die Fellbüschel. Vor allem bei den Böcken. Was tut man da? Wie verhält man sich hier am klügsten?

1.) In der Rappelphase werden Grenzen ausgetestet und sind normal.
2.) Lassen Sie die Meerschweinchen soziale Strukturen bilden durch Streit.
3.) Die Kämpfe in der Rappelphase sind meistens ungefährlich.
4.) Greifen Sie ein wenn sich die Tiere in Rage ineinander verbeißen o.ä.

Soziale Tiere sind streitende Tiere

Das Meerschweinchen ist ein soziales Lebewesen und fühlt sich unter Artgenossen am wohlsten. Man kann es hier mit dem Menschen vergleichen. Auch wir lieben es, in Familie und unter Freunden zu sein, vertraute Gesichter zu sehen und miteinander schöne Dinge zu tun. Aber diese schöne Geselligkeit hat beim Menschen und beim Meerschweinchen eine Kehrseite, denn man muss die Stellung innerhalb einer Gruppe und Gesellschaft klären. Man muss sich behaupten, muss sich einordnen und fügen oder nicht fügen.

Kinder können nicht plötzlich für ihre Eltern bestimmen, Streitgespräche sind die Folge. Und bei den Meerschweinchen – vor allem unter den Böcken – heißt das Rappelphase, wo es durchaus mal rundgehen kann. Hier wird gestritten, werden Grenzen ausgetestet und der andere herausgefordert. Und das kann von außerhalb des Käfigs auch ganz schrecklich aussehen und es ist laut und man hat natürlich Angst um seine Tiere. Man will eingreifen, aber sollte man es auch sofort?

Klären und klären lassen

Kindern bringt man nicht bei, jeder Konfrontation aus dem Weg zu gehen und andere Kinder zu meiden. Und so sollte man auch mit den Meerschweinchen als sozialen Wesen umgehen. Sie müssen Dinge klären. Die sozialen Strukturen sind auch bei diesen Lebewesen wichtig. Jemand muss der Chef sein, jemand muss sich unterordnen und da Meerschweinchen nicht debattieren können oder einfach wegziehen können, klären sie es auf ihre instinktive Weise mithilfe von kleinen Kämpfen.

Meistens sind diese Kämpfe der Rappelphase nicht gefährlich, denn sie wollen einander nicht töten, nur den anderen auf seinen Platz verweisen, auf den er ihrer Meinung nach gehört. Man kann das als ein hitziges Streitgespräch oder eine kleine Rangelei der Menschen vergleichen. Da muss man sich auch nicht immer einmischen, soweit gewisse Grenzen gewahrt sind. So klärt man Dinge, so weiß man, wohin man selbst gehört und dass man den anderen besiegen kann oder eben nicht. Und besonders, wenn man neue Tiere einführt, kann man damit rechnen, dass es irgendwann zu solchen Streitigkeiten zwischen den Böcken kommt und meistens klärt es sich von selbst.

Es wird hässlich – nun sind Sie sind gefragt

Aber in wenigen Fällen kann es so hässlich werden, dass sich die Tiere in ihrer Rage ineinander verbeißen und blutend vom sprichwörtlichen Schlachtfeld abtreten müssen. Dann ist die Grenze überschritten und der Mensch muss eingreifen. Hier sollte man die Tiere schlussendlich trennen, als ultima Ratio, die letzte Möglichkeit, Frieden zu stiften. Aber wirklich als letztes Mittel, denn wie schon erwähnt, sind Meerschweinchen soziale Tiere, die jeden Abgang und Neuzugang genau registrieren und als eine Störung der sozialen Verhältnisse wahrnehmen. Als brächte ein Kumpel einen ganz neuen Menschen mit in die vertraute Runde. Das fühlt sich unwillkürlich erst einmal komisch an. Und so ist es mit den Meerschweinchen auch. Und dann kann es wieder zu kämpfen kommen, weil man die sozialen Strukturen wieder in alte Formen bringen möchte. Will man die Tiere trennen, ist es ratsam, die Tiere abzulenken.

Etwa kann ein Wasserstrahl aus einer Sprühflasche helfen, weil sie Wasser hassen und abgelenkt sind. Dann greift man sich das Tier und separiert es. Damit soll die Gesundheit und das Leben der Tiere geschützt werden und die größte Panik unter den Tieren vermieden werden. Man kann natürlich versuchen, sie wieder zu vergesellschaften, aber wenn das nicht mehr funktioniert und Meerschweinchen auf keinen Fall allein gehalten werden können, kann man die männlichen Tiere auch kastrieren lassen und nach einigen Wochen Quarantäne mit Weibchen zusammenpacken. Das ist eine sehr viel friedlichere Konstellation und man hat das Problem gelöst und auch die Tiere bleiben gesund und nicht allein.

Redaktion
Redaktion

Wer schreibt hier? Ich bin Christian, 33 Jahre alt und komme aus Hannover. Meine Leidenschaft zur Tierwelt habe ich im frühen Alter erlangt. Zusammen mit Hunden, Katzen, Vögeln und Kaninchen als Haustieren, habe ich jahrelange praktische Erfahrung erlernen dürfen. Viel Spaß beim Stöbern! Viele Grüße, Christian

tierfalt.de
Logo