Wie lange sind Hirsche trächtig?

Wie lange sind Hirsche trächtig?

Die Trächtigkeitsdauer eines Tieres ist ein faszinierendes Phänomen und bei Hirschen handelt es sich um einen Prozess, der sich über mehrere Monate erstreckt. Speziell bei der Hirschkuh kann man beobachten, dass diese für die Aufzucht ihrer Kälber eine bemerkenswerte Fürsorge an den Tag legt. Aber wie lange dauert es eigentlich von der Befruchtung bis zur Geburt eines jungen Hirsches? Die Antwort unterscheidet sich je nach Art.

Damhirsche etwa, die mit ihrer majestätischen Gestalt und den beeindruckenden Geweihen nicht nur in heimischen Wäldern eine imponierende Erscheinung sind, benötigen für die Trächtigkeit in etwa 230 Tage. Den Beginn ihrer Tragzeit markieren die Monate von Mitte Oktober bis Mitte November, was bedeutet, dass die Geburt meistens in den warmen Monaten Juni oder Juli stattfindet. Hingegen schreitet die Geburt bei Rothirschen nach rund 240 Tagen Tragzeit heran, die während des Herbstes ihren Anfang nimmt und deren Kälber im Frühling das Licht der Welt erblicken.

Doch die Geburt eines Hirschkälbchens ist weit mehr als ein Eintrag im Kalender der Natur. Verschiedene Faktoren beeinflussen diesen Prozess – der Zugang zu ausreichend Schutz und Fläche für die Hirsche ist zweifelsohne einer davon. Unmittelbar nach der Geburt sind die jungen Kälber besonders empfindlich und bedürfen der sicheren Deckung, um Schutz vor widrigen Wetterbedingungen und potentiellen Raubtieren zu gewährleisten. Ihre ersten Tage sind entscheidend für das Überleben in der freien Wildbahn.

Allgemeine Informationen zur Trächtigkeit bei Hirschen

Die Phase der Hirschträchtigkeit ist gekennzeichnet durch eine intensive Vorbereitungszeit für die Geburt, die als Setzzeit bekannt ist. Während dieser kritischen Periode suchen die Hirschmütter instinktiv nach einem sicheren und abgelegenen Ort, um ungestört ihr Hirschkalb zur Welt zu bringen. Es beginnt ein neues Kapitel in der Aufzucht des Nachwuchses.

Nach der Geburt spielen Verstecken und Vorsicht eine große Rolle – die Hirschkälber bleiben oft bewegungslos liegen, abseits der Wege von Fressfeinden. Diese Schutzmaßnahme ist für das Überleben in den ersten Lebenswochen entscheidend. Der mütterliche Instinkt sorgt dafür, dass die Kälber mehrmals täglich gesucht, gesäugt und gepflegt werden. Dies stärkt die Mutter-Kind-Bindung und ist essentiell für das Wachstum und die Entwicklung der Jungtiere.

  • Die Hirschkälber werden meist bis in den späten Herbst von der Mutter gesäugt.
  • Mit etwa neun bis zwölf Monaten beginnen die Jungtiere, ihre Unabhängigkeit zu erlangen.
  • Die Geschlechtsreife wird oft im zweiten Lebensjahr erreicht.

Die frühzeitige Aufnahme der Kolostralmilch direkt nach der Geburt ist ausschlaggebend für die Ausbildung des Immunsystems und sorgt für einen gesunden Start ins Leben. Die Natur hat den Hirschkälbern ein robustes Fundament für das Leben in freier Wildbahn mitgegeben, welche durch die fürsorgliche Aufzucht der Mutter ergänzt wird.

Die Tragzeit beim Damhirsch

Die Fortpflanzungszeit des Damhirsches zeichnet sich durch eine besondere Phase der Trächtigkeit aus. Mit einer Dauer von etwa 230 Tagen, ist das Damwild in dieser entscheidenden Zeit auf Sicherheit und Ruhe angewiesen. Die Geburtszeit im Sommer ermöglicht den Jungen, in wärmeren Monaten aufzuwachsen, was ihre Überlebenschancen erhöht.

Damhirsch während der Trächtigkeit

Während der Kälberaufzucht, sind die folgenden Aspekte von hoher Bedeutung:

  • Das Auffinden von Versteckmöglichkeiten auf der Weide, um die Neugeborenen vor Fressfeinden zu schützen.
  • Die Quantität und Qualität der Milchproduktion, die bei Damhirschen bei ca. 1,5 Litern pro Tag liegt.
  • Nährstoffreiche Milch, die fundamentale Wachstumsraten der Kälber von täglich 150 bis 460 Gramm ermöglicht.

Diese Faktoren zusammengenommen, schaffen die optimalen Bedingungen für eine erfolgreiche Geburt und gesunde Entwicklung der Damhirsch-Kälber in ihren ersten Lebensmonaten.

Aufzucht und Fürsorge der Hirschkälber

Die ersten Lebenstage eines Hirschkalbes sind entscheidend für sein Überleben und erfordern von der Hirschkuh eine intensive mütterliche Fürsorge. Ihr vorrangiges Ziel ist es, für die neugeborenen Kälber einen sicheren Versteckplatz zu finden, wo sie unbemerkt von Raubtieren heranwachsen können. Dafür sind die Kälber von Natur aus mit Verhaltensweisen ausgestattet, die ihre Entdeckung unwahrscheinlich machen: Sie bleiben regungslos liegend und verbreiten kaum einen wahrnehmbaren Geruch.

Im Notfall zeigt sich die Schutzfunktion der Hirschgeburt: Reagiert ein Kalb mit einem Notruf, eilt die Hirschmutter ihm umgehend zur Seite, um es vor potenziellen Gefahren zu schützen. Diese enge Bindung zwischen Mutter und Jungtier ist ein faszinierendes Beispiel für Wildtierbiologie in Aktion und unterstreicht die Bedeutung der ersten Lebenswochen, in denen das Überleben der Hirschkälber*größtenteils in den Händen der Mütter liegt.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Hirschkälber verwaist sind oder von ihrer Mutter zurückgelassen wurden. Hier kommt die menschliche Intervention ins Spiel. Die künstliche Aufzucht solcher Kälber greift auf speziell zusammengestellte Milch zurück, die in ihrer Zusammensetzung einer natürlichen Hirschmilch nahekommt. Dabei ist fachkundiges Wissen gefragt, denn die korrekte Zubereitung des Milchpulvers, die Einhaltung der idealen Trinktemperatur und die Unterstützung der Kälber bei der Verdauung sind kritische Aspekte, die das Wohlergehen und das Wachstum der Jungtiere sicherstellen.

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