Ein robuster hühnerstall ist die Basis für gesunde Tiere in der kalten jahreszeit. Halte den Stall sauber, trocken und gut belüftet, aber frei von Zugluft.
Prüfe im herbst Dach, Wände, Türen und fenster auf Risse und dichte alle Lücken ab. Lege eine saugfähige einstreu aus stroh in ausreichender schicht an, damit die Einstreu nicht klamm wird.
Die temperaturen zwischen Innen- und Außenbereich sollten maximal fünf Grad betragen. So vermeidest Du Stress und Krankheiten.
Tränkenwärmer mit Thermostat halten wasser frostfrei und sparen Energie. Reinige Tränken und Futterstellen täglich.
Achte auf Luftfeuchte von etwa 60 Prozent. Beschlagene fenster oder feuchte Einstreu zeigen Handlungsbedarf.
Denke an Ausnahmen: küken und sehr empfindliche Rassen brauchen extra Schutz und ggf. temporäre Wärme. Lichtmanagement unterstützt Futteraufnahme ohne gefährliche Temperatursprünge.
Dein How-To-Überblick für die kalte Jahreszeit
Ein strukturierter Plan für Stall, Wasser und Futter zahlt sich an kalten Tagen aus. Kurz und konkret: setze Prioritäten und arbeite die Punkte täglich ab.
Was jetzt wirklich zählt: trocken, sauber, gut belüftet
Halte den stall trocken und sauber. Gute luft sorgt für gesunde Tiere, aber vermeide Zug an den Sitzstangen.
Die Größe der Lüftungsöffnungen richtet sich nach Stallgröße und Besatzdichte.
Schrittfolge planen: Stall, Wasser, Futter, Licht, Auslauf
- Stall zuerst: Einstreu prüfen und nasse Stellen entfernen.
- Wasser sichern: Tränken täglich reinigen und funktionierende tränkenwärmer nutzen.
- Futter & Licht: Rationen anpassen; ca. 14 Stunden Licht unterstützen die eier-Produktion.
- Auslauf: Wege matschfrei halten, damit die Herde Bewegung behält.
Plane eine kurze Tages-Routine: Lüften ohne Zug, frisches wasser kontrollieren, Futter prüfen und Auslauf kurz inspizieren. Notiere Abweichungen, so bleibt die Routine während der jahreszeit stabil.
Hühner im Winter richtig halten: die wichtigsten Grundsätze
Feuchte ist die heimliche Gefahr für Geflügel, nicht die Kälte allein. Ein trockenes stallklima und gute luftzirkulation schützen mehr als zusätzliche Heizquellen.
Kälte vs. Feuchtigkeit: warum trockene Luft wichtiger ist als Wärme
Erwachsene, gesunde Tiere vertragen kälte gut, wenn keine Zugluft stört. Feuchte Luft hingegen erhöht das Risiko für erfrierungen an kämmen und kehllappen deutlich.
Ein intaktes federkleid hilft, doch nur in einem trockenen, zugfreien hühnerstall bleibt der Schutz wirkungsvoll.
Temperatursprünge vermeiden: maximal fünf Grad Unterschied
Halte die temperaturen zwischen drinnen und draußen auf höchstens 5 °C. Größere Unterschiede stressen Tiere und fördern Krankheiten.
- Fokus auf feuchtigkeit: trockene Ecken verhindern Keimwachstum.
- Prüfe täglich die luftqualität; stickiger Geruch ist ein Warnsignal.
- Plane Lüftungsöffnungen so, dass frische Luft ohne Zug an Sitzstangen kommt.
- Beobachte Verhalten: Unruhe oder enges Zusammenkuscheln zeigen Probleme an.
Herbstcheck: Stall abdichten, Schutz vor Wind und Zugluft
Jetzt im Herbst prüfst Du den gesamten Stall auf Schwachstellen gegen Wind und Schnee.
Dach, Wände, Türen und Fenster prüfen und Risse schließen
Kontrolliere Dach, Wände, Türen und Fenster auf Risse und Spalten. Schließe Lücken, damit kein kalter Zug entsteht.
Blockiere aber nicht die Belüftung. Ein hühnerstall muss atmen, sonst steigt die Feuchte.
Stallgröße und Rasse beachten
Kleine Stallbereiche erwärmen sich schneller durch Körperwärme. Große Einheiten kühlen langsamer aus.
Plane danach die Lüftung und die Einstreu-schicht. Verwende saugfähiges Stroh oder gehäckseltes Stroh als dicke Schicht gegen Bodenkälte.
- Systematisch prüfen: Dach, Wände, Türen, Fenster – Zugluft vermeiden.
- Unterstand prüfen: Bietet Schutz vor Wind und Schnee auf Wegen.
- Problempunkte dokumentieren und vor Frost beheben.
- Lose Teile verankern, damit der Stall sturmsicher bleibt.
Für mehr Details zur Isolierung besuche Stall-Isolierung.
Stallklima und Belüftung: frische Luft ohne Zugluft
Frische Luft ohne Zugluft ist das A und O für einen stabilen Stallalltag. Ein ausgewogenes stallklima schützt vor Feuchteproblemen und senkt Krankheitsrisiken.
https://www.youtube.com/watch?v=se5TPmPeKfc
Lüftungsöffnungen zur Stallgröße und Besatzdichte
Plane Öffnungen so, dass Frischluft eintritt und verbrauchte Luft entweicht. Verteile Frischluftöffnungen etwas tiefer und Abluftöffnungen höher.
Achte darauf, keine direkte zugluft an Sitzstangen zu erzeugen. Das schützt vor Auskühlung und beugt Stress vor.
Feuchtigkeit messen: Hygrometer nutzen
Miss die feuchtigkeit mit einem Hygrometer und peile rund 60 % an. So bleibt das Klima stabil und die Einstreu trocken.
Erhöhe den Luftwechsel bei hoher Feuchte, reduziere ihn bei starker Abkühlung — immer ohne direkte zugluft.
Warnsignale: beschlagene fenster und klamme einstreu
Beschlagene fenster oder eine Griffprobe in der einstreu zeigen, dass gehandelt werden muss. Entferne feuchte Bereiche und ersetze sie zeitnah.
Feuchte Luft erhöht das Erfrierungsrisiko an Kämmen und kehllappen; trockene Luft senkt es deutlich. Bei Bedarf punktuell mit melkfett nachpflegen.
- Verteile Öffnungen so, dass Luft über den Köpfen der hühner zirkuliert.
- Kontrolliere das stallklima im winter häufiger, da kalte Außenluft weniger Feuchte aufnimmt.
- Kurze, regelmäßige Checks verhindern lange Feuchteprobleme.
Einstreu und Isolation: warme, trockene Basis schaffen
Die richtige Einstreu bildet das Fundament für ein trockenes und warmen Stallklima. Sie bindet Feuchtigkeit, isoliert gegen Bodenkälte und reduziert Gerüche.
Gehäckseltes Stroh oder Strohgranulat nutzen
Setze auf einstreu mit hoher Saugkraft. Gehäckseltes stroh oder Strohgranulat nimmt feuchtigkeit schneller auf als Langstroh.
Das stabilisiert das stallklima und hilft, nasse Stellen rasch zu kontrollieren.
Schichtdicke, Teilwechsel und trockene Bereiche
Eine ausreichend dicke schicht isoliert gegen Bodenkälte. Entferne nur die feuchten Partien, damit die Grundschicht erhalten bleibt.
Halte die Flächen unter den Sitzstangen besonders trocken. Dort entsteht am meisten Feuchtigkeit und dort brauchst Du schnelle Eingriffe.
- Prüfe wöchentlich das Einsinkverhalten; bei Verdichtung lockern oder ersetzen.
- Plane Vorräte für den winter und lege Schieber oder Mistgabel bereit.
- In großen stallbereichen häufiger kontrollieren; kleine Einheiten reagieren schnell.
Temperaturmanagement ohne Überheizen
Temperaturmanagement heißt: Wärme gezielt einsetzen, nicht den Stall dauerhaft beheizen. Eine feste Beheizung ist meist überflüssig. Gesunde hühner vertragen kälte gut, wenn das Klima trocken bleibt und keine starken Temperatursprünge auftreten.
Wann Ausnahmen gelten: Küken, kälteempfindliche Rassen und Extremfrost
Für küken und sehr empfindliche Rassen brauchst Du temporär zusätzliche Wärme. Auch bei lang anhaltendem Extremfrost sind punktuelle Wärmequellen sinnvoll, etwa eine Wärmelampe mit Thermostat.
- Vermeide dauerhaftes Heizen: Gesunde Tiere kommen mit kälte zurecht, solange die temperaturen im stall nicht stark abweichen.
- Nutze Wärme nur gezielt: Schaffe warme und kühle Zonen, damit jedes Tier seinen körper registriert und wählen kann.
- Sicherheit zuerst: Schutzkörbe und sichere Aufhängungen mindern Brandrisiko; lüfte trotz Zusatzwärme regelmäßig.
- Beobachte Verhalten engmaschig: Frieren oder Futterverweigerung sind klare Warnzeichen.
Wasser im Winter sichern: Tränken, Tränkenwärmer, Hygiene
Sorge dafür, dass frisches Tränkewasser rund um die Uhr verfügbar bleibt. Fehlt sauberes Wasser, sinkt die Futteraufnahme und das Wohlbefinden Deiner Tiere.
Tränkenwärmer mit Thermostat gegen Eis und für Energieeffizienz
Verwende einen zuverlässigen tränkenwärmer. Modelle mit Thermostat schalten nur bei Bedarf ein und sparen so Strom über den winter.
Tägliche Reinigung von Tränken und Futterstellen
Reinige die Tränken jeden Tag. Warmes Wasser und eine Bürste entfernen Beläge und Keime effektiv.
- Stelle sicher, dass wasser bei Frost nicht gefriert: Ein tränkenwärmer hält die tränken eisfrei.
- Positioniere die Tränken erhöht, damit Einstreu und Kot draußen bleiben und die Reinigung leichter fällt.
- Prüfe Leitungen und Kabel auf Sicherheit, wenn Du strombetriebene Lösungen im stall nutzt.
- Halte eine zweite saubere Tränke als Backup bereit und kontrolliere wasser morgens und abends bei starkem Frost.
- Achte auf die Aufnahme Deiner hühner: Trinken sie zu wenig, leidet die Verdauung und das Allgemeinbefinden der hühnern.
Winterfutter: Energie, Vitamine und Mineralien klug kombinieren
Eine angepasste Futterplanung gibt Deinem Bestand die Kraft, ruhige Nächte und kalte Tage gut zu überstehen. Setze auf energiereiche Komponenten und sorge gleichzeitig für Vitamine und Mineralstoffe.

Energiebooster für aktive Körper
Ergänze das Grundfutter mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Nüssen oder ein paar Rosinen, um den Energiegehalt zu erhöhen. Ein Schuss Öl ins Legemehl steigert die Kaloriendichte.
Vitamine und Abwechslung
Frisches Grünfutter und Gemüse liefern essentielle vitamine. Weizenkeimlinge lassen sich leicht selbst ziehen und bringen Frische in die Ration.
Verdauung, Schalen und Ergänzungen
Bierhefe stärkt Darmflora, Stoffwechsel und das Immunsystem durch B‑Vitamine und Enzyme.
- Richte das futter auf höheren Energiebedarf aus und füttere energiereiche Snacks am späten Nachmittag.
- Stelle Kalk und Magensteinchen bereit für stabile Schalenbildung und bessere Verdauung.
- Beobachte die hühnern, passe Portionsgrößen an und prüfe die Legeleistung, damit die eier-Qualität bleibt.
Beleuchtung im Hühnerstall: Tageslänge steuern, Legeleistung unterstützen
Mit einem durchdachten Lichtplan lässt sich die Legeleistung auch in dunklen Monaten stabilisieren. Ohne künstliches Licht sitzen viele Tiere lange im Dunkeln und fressen weniger. Das schwächt die Produktion und das Wohlbefinden.
Rund 14 Tage Licht für konstante Futteraufnahme und Eier
Für durchgängige Legeleistung sind etwa 14 Stunden Licht pro Tag ideal. Stelle die beleuchtung so ein, dass morgens und abends feste Zeiten gelten. Das stabilisiert die Futteraufnahme und fördert konstante Eier.
Zonenlicht: hell an Tränken und Futter, ruhiger in Nestern
Setze Zonenlicht ein: Helle Bereiche um Tränke und Futter, gedämpfte Beleuchtung im Nest- und Ruhebereich. So vermeiden Du Stress und erhöhst die Aktivität dort, wo sie gebraucht wird.
- Stelle Zeitschaltuhren ein, um verlässliche Abläufe zu schaffen.
- Erhöhe Helligkeit schrittweise über mehrere Tage, damit sich die Hühner anpassen.
- Nutze blendfreie Leuchten und sichere Montage für Stromsicherheit im Winter.
- Achte auf klare Hell‑Dunkel‑Zyklen und vermeide Nachtlichtphasen.
Auslauf im Winter: matschfrei, windgeschützt, sicher
Der Auslauf sollte bei Schnee und Nässe so gestaltet sein, dass Dauerpfützen gar nicht erst entstehen.
Matsch vermeiden
Dauerpfützen fördern Keime und werden schnell zur Schmutzquelle. Überdachungen schützen sensible Bereiche bei Regen und schnee.
Streue Hackschnitzel auf nasse Stellen oder sperre Pfützen mit einfachen Barrieren ab. Leite Wasser gezielt weg, bevor es sich sammelt.
Unterstand und trockene Wege
Ein robuster unterstand schützt vor wind, Regen und Schnee. So gehen die Tiere auch bei schlechtem wetter gern hinaus.
Lege Trittplatten oder Holzscheiben als Weg zum hühnerstall aus. Das hält Wege trocken und erleichtert Dir die Kontrolle.
Automatische Hühnerklappe
Eine automatische Klappe mit Dämmerungssensor oder Zeitschaltuhr bietet zusätzlichen schutz vor Räubern.
- Sicherheitsstopp und einstellbare Sensorempfindlichkeit reduzieren Probleme.
- Achte auf passende Stromversorgung (Netz oder Batterie) und einfache Montage.
- Platziere licht nur am Eingang, um den natürlichen Rhythmus zu schonen.
Sorge für abwechslung und beschäftigung: aufgehängtes Gemüse oder Strohballen halten die Herde aktiv. Prüfe regelmäßig Zäune und Überdachungen auf Stabilität gegen starkes wetter.
Gesund bleiben und beschäftigt sein: Erfrierungen vorbeugen, Abwechslung bieten
Vorbeugung gegen erfrierungen beginnt bei trockener Luft und durchdachter Stallstruktur. So schützt Du besonders Tiere mit großen kämmen und reduzierst Risiko an kehllappen.
Kämme und Kehllappen schützen
Halte die Luft trocken und vermeide Zug an den Sitzstangen. Trockene Luft senkt das Risiko von erfrierungen deutlich.
Reibe empfindliche Stellen sparsam mit melkfett ein, wenn Frost droht. Achte auf sichere Anwendung und nur wasserfreie Produkte.
Praktische Beschäftigungsideen
Gib Beschäftigung, damit die Herde aktiv bleibt und weniger pickt. Staubbäder, Snack- und Futterbälle oder aufgehängtes gemüse schaffen abwechslung.
- Verstecke Körner in Einstreu oder nutze Luzerne-Produkte als Leckerli.
- Hänge Sonnenblumenkerne oder Gemüsereste auf, so förderst Du aktives Picken.
- Futterbälle und Baumstümpfe verlängern Spielsitzungen und reduzieren Stress.
Federkleid und Stallruhe fördern
Ein gepflegtes federkleid isoliert besser. Ein großzügiges Staubbad hält das Gefieder parasitenarm.
Strukturierte Sitzplätze und feste Routine senken Aggressionen. Beobachte tieren, teile Leckerbissen gerecht aus und passe Beschäftigung bei Spannungen an.
Jetzt dranbleiben: so führst Du Deine Hühner sicher durch den Winter
Wer jetzt dranbleibt, reduziert Ausfälle und schützt die Tiere durch die ganze Jahreszeit. Regelmäßige Kontrollen von Stallzustand, Lüftung, Einstreu, Wasser und Futter sichern Gesundheit und Wohlbefinden.
Beobachte Lichtprogramme, damit die Legeleistung stabil bleibt und weiter eier geliefert werden. Energiereiche Snacks wie sonnenblumenkerne und frische vitamine stärken die Abwehr und geben Kraft an kalten Tagen.
Halte Wege frei von schnee und Matsch, sorge für windgeschützte Zugänge und überprüfe Geräte regelmäßig. So bleibt der Zugang verlässlich und der Schutz hoch.
Kurzcheck für die Praxis:
- Routine beibehalten: Lüften ohne Zug, Einstreu pflegen und Wasser sichern.
- Bei Feuchte sofort reagieren, kleine Korrekturen verhindern große Probleme.
- Wartung einplanen: Tränkenwärmer und Zeitschaltuhren prüfen.
- Wöchentlicher Komplettcheck zahlt sich über die Jahreszeit aus.

